Eigentlich ist Kimba Seelig ein ganz normales Mädchen. Sie geht in die Schule, muss ihre Hausaufgaben erledigen, für die Schule lernen, streitet sich mit ihren Mitschülerinnen und kann es nicht leiden, wenn über sie gelästert wird. Und doch ist sie kein normales Mädchen: Kimba und ihre Eltern sind Magier. Kimba ist eine Junghexe, die kurz vor ihrer ersten geheimen Zauberprüfung steht. Sie kennt die Aufgabe nicht und weiß auch nicht, was sie zu tun hat – genau das macht die Prüfung zu keinem Kinderspiel. Erst an ihrem 14. Geburtstag wird sie erfahren, ob die die Prüfung bestanden, und somit den neuen „Teenistab“ überreicht bekommt.
Dennoch, nicht einmal ihr bester Freund Oliver kennt ihre geheime Gabe. Erst als Kimba ihrer Lehrerin aus einer verzwickten Lage helfen will, muss sie Oli ihr größtes Geheimnis anvertrauen. Wie wird er wohl reagieren?
Zu dem ganzen Chaos wird auch noch Kimbas beste Freundin Jojo von den bösen Maro- Hexen entführt und die Lage scheint für sie aussichtslos zu sein. Kimba bangt um ihre Freundin.
Doch zu ihrer Erleichterung bekommt die junge Hexe Besuch von ihrer besten Zauberfreundin Lavinia, die ihr in allen Problemen zur Seite steht.
Zusammen mit Oliver, Lavinia und Jojos Zwillingsbruder Dani planen die vier die Befreiung ihrer Freundin.
Zu allem Überfluss macht Kimbas Herz was es will. Leider gibt es für die erste Liebe keinen Zauberspruch. Da muss ein Teenie schon selber durch …
Die Probleme scheinen sich unüberwindbar zu häufen. Dennoch sollte man einen Teenager niemals unterschätzen!
Jessica Klinger war erst 13 Jahre, als sie ihren Roman „Kimba und die Maro- Hexen“ zu schreiben begonnen hatte. Bereits ein Jahr später vollendete sie ihn. Die heute siebzehn jährige besucht ab dem nächsten Schuljahr ein sozialpädagogisches Internats- Gymnasium und hat immer noch sehr viel Freude am Schreiben.
„Als ich im Alter von 13 Jahren war, habe ich genau nach solch einer Art von Buch gesucht. Weil ich schon immer gerne gelesen und kleine Geschichten geschrieben habe, dachte ich mir, ich könne selbst dieses Buch, wie ich es mir vorgestellt hatte, schreiben und damit anderen Kindern, die genau so denken wir ich es tue, die Möglichkeit geben, dieses Buch zu lesen.“
Und wer kann schon besser aus der Sicht eines 13- jährigen Teenagers schreiben, als ein Teenager selbst?
„Mama, das klappt einfach nicht!“, beschwerte sich das Mädchen und warf schwungvoll ihr schulterlanges, kastanienbraunes Haar in den Nacken. Ihr Gesicht wirkte bleich, da es keine einzige Sommersprosse besaß, doch waren jetzt leichte rote Flecken auf ihren Wangen zu erkennen, die auf Ratlosigkeit hinwiesen. Die dunkelbraunen, fast schwarzen Augen strahlten abenteuerlich in den Tag. Sie war dünn, wirkte aber sportlich und quirlig. Dieses Mädchen hieß Kimba Seelig.
In ein paar Tagen, die Kimba schon ungeduldig jeden Abend vor dem Schlafengehen zählte, würde sie ihren 14. Geburtstag feiern. Ein Grund ihrer Nervosität war, dass sie nicht wie jedes andere Mädchen ihren Geburtstag feiern würde. Kimba und ihre Eltern bargen nämlich ein kleines Geheimnis; Familie Seelig war keine normale Familie. Sie war eine Familie, bestehend aus zwei Hexen; Kimba und ihrer Mutter, und einem Hexer (oder auch Zauberer genannt); Herrn Seelig, dem Vater.
An ihrem kommenden Geburtstag würde Kimba eine Prüfung ablegen müssen, in der es darum ginge, den neuen Zauberstab zu bekommen. Ihr alter lag neben ihr auf einem großen, hölzernen Tisch. Den „Kinderzauberstab“ hatte sie, wie jede andere Hexe auch, zu ihrem siebten Geburtstag von der alten Hexe Floriana überreicht bekommen. Um mit dem „Teenstab“ zaubern zu dürfen, wurden die 14-jährigen Hexen vor eine geheime Prüfung gestellt, in der sie ihr ganzes Können einsetzen mussten, um sie zu bestehen. Das Schwierigste daran war, dass niemand die Aufgabe kannte.
Und der letzte, und somit auch der Zauberstab, der am schwersten zu ergattern war, war der Zauberstab für „ausgelernte Zauberer“. Ohne jeglichen Zweifel war diese die komplizierteste Prüfung und für jeden Magier, der diesen Zauberstab bekommen wollte, eine harte Probe.
Jeden Tag mussten Kimba und ihre Eltern die Zauberstäbe mit einer flüssigen, geheimen Tinktur einreiben, die den Stäben, welche normalen Holzstöcken ähnelten, weitere Kräfte verliehen und die eigenen bis ins Unermessliche verstärkten. Dennoch waren es keine gewöhnlichen Stöcke. Im dreizehnten Jahrhundert wurden sie durch die Beschwörung der Hexe Tamara verzaubert und nutzen seit diesem Zeitpunkt wiederum den Magiern, um deren magischen Kräfte zu verstärken.
In der Zauberschule, die Kimba zweimal in der Woche besuchte, lernte sie, wie sie zum Beispiel Zaubertränke mischte oder welche Pflanze welchen magischen Sinn hatte.
Im Moment rührte Kimba etwas Wasser in einen alten Kessel. Sein Inhalt, der aus einer grauroten, dickflüssigen Masse bestand, sah ekelhaft klumpig aus und roch nach altem Fisch. Silke Seelig trat in das kleine Zimmer. Sie war groß und hatte blonde Haare, die sie zu zwei frechen Zöpfen gebunden trug. Ihre Augen leuchteten in einem einmalig strahlenden Blau. Zahlreiche Sommersprossen sprenkelten ihr leicht rosafarbenes Gesicht. Mit großen Schritten ging sie auf ihre Tochter zu und beugte sich über die Mischung.
„Was klappt nicht?“, fragte sie freundlich und mit heller Stimme. Sie roch einmal kurz an dem Gebräu, hob sich dann sofort die Nase zu und nickte mit dem Kopf.
„Ach, ich versuche gerade meine Hausaufgaben für die Zauberschule zu erledigen. Es sollte eigentlich eine ‚Antifaltencreme' werden. In meinem Buch steht, die Mischung solle gelb sein und auf keinen Fall so stinken wie mein Gebräu hier.", beschwerte sich Kimba und schlug ihr Schulbuch auf, das sie soeben aus ihrer Tasche hervorgeholt hatte. Mit dem Finger zeigte die auf ein Bild, das eine ganze Seite des Schulbuches einnahm und schob es ihrer Mutter entgegen.
„Hmm ... Ich verstehe.“, sagte Silke und las aufmerksam den kleinen Text neben dem Bild, das eine Schale mit gelber Creme zeigte und zog dabei ihre Nase kraus. Anschließend überlegte sie einen Augenblick und sah dabei in Kimbas fragendes Gesicht.
„Hast du schon zwei Fliegenflügel zugegeben?“, wollte sie dann wissen.
„Was??? Igitt!!!“, antwortete Kimba.
„Na also.“, sagte die Mutter zufrieden, „Altes Geheimrezept“. Sie streckte ihre Hand in Richtung des Regals über ihnen aus, ergriff ein Glas mit kleinen, durchsichtigen Blättchen, welche sich als Fliegenflügel herausstellten, und gab zwei davon in die stinkende Mischung. Es knallte kurz und eine kleine, silbernschimmernde Wolke stieg in die Luft. Der Geruch änderte sich schlagartig. Schließlich roch es im ganzen Zimmer nach Tannenadeln und das Gebräu hatte sich zitronengelb gefärbt.
„So“, meinte Silke und klopfte ihre Hände an ihrer Schürze ab, als ob sie gerade einen Sack Kohle geschleppt hätte. Kimba klatschte anerkennend Beifall.
„Ach und übrigens, Oli hat angerufen. Ich habe ihm gesagt, du seiest beim Zahnarzt. Ich kann ihm ja nicht sagen, dass du deine Zauberhausaufgaben machst. Und stören wollte ich dich auch nicht.“ Silke lachte kurz auf. Familie Seelig hielt es für besser, niemandem etwas von ihren magischen Kräften zu erzählen. Dann fuhr sie fort: „Er meinte, er melde sich später noch mal.“
Kimba nickte. Oli war schon seit dem Kindergarten ihr bester Freund und wohnte auch ganz in der Nähe.
Frau Seelig schaute sich in ihrem und Kimbas Zimmer um. Das ‚Hexenzimmer', wie sie es nannten, war normalerweise immer abgeschlossen. Für Sterbliche war der Zutritt strengstens verboten, außer es handelte ich um einen Notfall.
Der Vater der Familie, Florian Seelig, hatte sein eigenes kleines ‚Labor'. Zu dem gestattete er selbst seiner Frau und seiner Tochter keinen Zutritt.
Das Hexenzimmer der Frauen war nicht sehr groß. Trotzdem hatten die beiden Hexen es geschafft, es so Platz sparend wie möglich einzuräumen, natürlich aber nicht ohne ihre magischen Fähigkeiten einzusetzen. In einer Ecke des Raumes stand ein riesiges Metallregal mit mindestens fünfzig verstaubten Büchern. Viele davon waren schon so alt, dass die einzelnen Seiten heraus fielen, sobald man sie öffnete. An der Stirnseite des Zimmers neben dem Bücherregal war ein Hängeschrank angebracht worden, in dem einige, verschiedengroße Fläschchen ordentlich in Reih und Glied standen. Ihr Inhalt schimmerte in allen Farben. „Spinnentränen“ stand auf einem der vielen Etiketten, die zeigten, was sich in den vielen Fläschchen befand. Auf der anderen Seite prangte eine Feuerstelle, über der ein stählerner Kessel hing. Daneben stand ein langer, altmodischer Holztisch, an dem Kimba gerade die ‚Antifaltencreme' in eine Tupperdose umfüllte.
„Ich rufe Oli gleich an!“, meinte Kimba entschlossen. Sie stopfte die Dose in ihre Tasche und rannte schnell aus dem Zimmer, den Flur entlang und ins Wohnzimmer. Kopfschüttelnd sah Frau Seelig ihrer Tochter nach.
Als Kimba den Raum betrat, sah sie sich kurz um. Neben der Zimmertür stand ein gigantischer Kachelofen. In der Mitte des Raumes war ein großer marmorner Tisch und drum herum standen mindestens sieben kleine, gepolsterte Hocker. Einen Fernseher hatten sie nicht. Diesen Zweck erfüllte eine Zauberkugel, die in der Ecke auf einem Samtkissen ruhte.
Herr Seelig war momentan bei der Arbeit. Um bei den Nichtmagischen nicht als arbeitslos dazustehen, arbeitete er beim Bürgermeister im Stadtrat. In seiner Freizeit engagierte er sich in der Zauberwelt.
Als Kimba den Hörer abhob, bemerkte sie, dass bereits gewählt worden war. Im nächsten Moment sprang eine kleine, zierliche, kohlrabenschwarze Katze auf den Telefontisch. Sie schnurrte. Kimba war es schon gewöhnt, dass ihre Katze Cosmo die Tasten drückte, die die Familie für die Telefonate benötigte. Cosmo besaß einen siebten Sinn. Eines von Herrn Seeligs Hobbys war es zu experimentieren. Dabei entdeckte er einen Zauber, der bewirkte, dass die Katze Gedanken lesen konnte.
Kimba streichelte liebevoll über Cosmos Rücken. Da meldete sich auch schon jemand am anderen Telefonende.
Ob Cosmo die Gedanken auch richtig gelesen hat?
Viel Spaß beim Lesen …
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Kimba und die Maro-Hexen
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