Lust auf einen Ausflug? Dann lassen Sie sich ein auf eine ungewöhnliche Reise – eine Reise nach Galápagos. Entdecken Sie riesige Schildkröten und imposante Leguane, verweilen Sie ein wenig inmitten einer Robbenkolonie oder genießen Sie – mit einem leichten Schauder im Nacken – die Szenerie beeindruckender Vulkanlandschaften. Lernen Sie faszinierende Gewächse kennen, in der wüstenhaften Trockenzone ebenso wie im triefendnassen Hochlandwald. Schauen Sie den berühmten Finken auf die Schnäbel oder verfolgen Sie die spektakuläre Jagd blaufüßiger Tölpel. Machen Sie sich fertig für eine Schnorcheltour und erleben Sie eine atemberaubende Unterwasserwelt.
„Zauberhafter Archipel“ ist die Geschichte einer solchen Reise – eine Geschichte, die den Leser von Insel zu Insel führt, und ihn teilhaben lässt an dem Vergnügen, die Wunderwelt von Galápagos zu ergründen.
Vier Mal habe ich den Galápagosarchipel besucht und die einzigartige Natur erkundet – zumindest so gut, wie mir das im Laufe einer zwölftägigen Kreuzfahrt eben möglich war. Aus den flüchtigen Notizen, die ich während dieser Reisen in kleine Notizbücher kritzelte, entstand zunächst ein persönlicher Erlebnisbericht, indem ich unzählige weitere Informationen zum Thema – die meisten aus der einschlägigen Literatur – eingeflochten habe. So wurde aus einer einfachen Reiseaufzeichnung, die ich ursprünglich geplant hatte, nach dreieinhalb Jahren Schreib- und Recherchearbeit schließlich eine umfassende Galápagos-Dokumentation. Obwohl – oder gerade weil – ich keine akademische Ausbildung habe, war es mir wichtig auch komplexe wissenschaftliche Themen, wie beispielsweise die Plattentektonik oder die inselspezifische Evolution und Ökologie der natürlichen Lebensgemeinschaften anhand von ausgesuchten Beispielen zu behandeln, selbst zu verstehen und auch für andere Laien nachvollziehbar in Worte zu fassen.
Also schrieb ich über die geologischen Prozesse, welche die Inseln erschufen ebenso, wie über das eigenwillige Klima, das sich so tief greifend auf das Leben der Inselbewohner auswirkt und sie seit ungezählten Generationen zu dem formte, was sie heute sind. Die Entstehung neuer Arten ist offenbar nicht nur für Wissenschaftler eine fesselnde Angelegenheit. Auch ich habe mich, während ich an dem Buch arbeitete, wohl die längste Zeit damit beschäftigt. Mit einer endgültigen Erklärung für dieses Phänomen kann ich natürlich nicht aufwarten, doch keimt so etwas wie eine Ahnung, warum Galápagos immer wieder als „Laboratorium der Natur“ bezeichnet wird.
Im Zusammenhang mit der Artentstehung hielt ich einen Rückblick ins Jahr 1835 für angebracht, zu jenem denkwürdigen Zeitpunkt, als der britische Segler HMS Beagle die abgelegene Inselwelt anlief. An Bord des berühmten Forschungsschiffes befand sich ein junger Mann, der einige Jahre später mit einer unglaublichen „Idee“ unter Naturwissenschaftlern und Klerus für erheblichen Aufruhr sorgte. Der junge Mann war zurzeit, als er die erste Galápagosinsel erblickte, allerdings noch recht unbekannt und kämpfte möglicherweise mit Übelkeit oder anderen Auswirkungen der Seekrankheit, die ihn häufig befiel. Sein Name: Charles Darwin. Ausgerechnet die spezielle Anpassung der Pflanzen und Tiere auf den verschiedenen Galápagosinseln gaben ihm einen wichtigen Anstoß zu seiner Bahn brechenden Evolutionstheorie – einer revolutionären Anschauung der Natur, die auch heute noch zu erbitterten Kontroversen führen kann. Die Biografie Charles Darwins ist bestimmt eine Lektüre wert – ob man sich nun mit seinen Gedanken anfreunden mag oder nicht.
Mit der Ankunft des Menschen änderten sich die Lebensbedingungen der inseleigenen Fauna und Flora, deren Heimat oft als Paradies beschrieben wird, schlagartig: das große Schlachten begann. Vor allem die einst unüberschaubaren Schildkröten- und Seebärenbestände vielen einer beispiellosen Ausbeutung zum Opfer. Und damit nicht genug: Fremde Tier- und Pflanzenarten wurden von den ersten Siedlern, die sich auf einigen Inseln unter schwierigen, oft abenteuerlichen Bedingungen eine Existenz schufen, eingeführt oder auch unbeabsichtigt eingeschleppt; ein Trend der bis heute ungebrochen ist, ja, durch den modernen Schiffs- und Flugverkehr sogar noch verstärkt wird. Diese oft übermächtige Konkurrenz ist eine nicht selten tödliche Bedrohung der ursprünglichen Inselarten. Ein weiteres Problem ist die schnell anwachsende Bevölkerung in den besiedelten Gebieten auf einigen Inseln. Das lukrative Geschäft mit den jährlich zahlreicher erscheinenden Touristen lockt immer mehr arme Ecuadorianer vom Festland nach Galápagos. Hinzu kommt, dass die Gewässer des Archipels ein fast unglaubliches maritimes Leben beherbergen, mit dessen Plünderung sich schnelles Geld machen lässt. Die weltweit einzigartige Tier- und Pflanzenwelt der Galápagosinseln zu erhalten ist daher eine gewaltige und äußerst schwierige Aufgabe für den Naturschutz. Zentrum für diese wichtige Arbeit ist die Charles-Darwin-Forschungsstation auf Santa Cruz. Dort werden Naturschutzmaßnahmen im Nationalpark koordiniert, Forschungs- und Informationsarbeit geleistet sowie Zuchtprogramme für Riesenschildkröten und Landleguane erstellt und durchgeführt. (Informationen zur Station unter http://www.darwinfoundation.org ).
In meinem Buch gehe ich ausführlich auf all diese Themen ein. Zentraler Mittelpunkt meiner Erzählung aber ist die Natur der Galápagosinseln an sich. Die vulkanischen Hinterlassenschaften sind dabei nicht minder interessant als die vielen fremdartigen, oft ausschließlich auf Galápagos anzutreffenden Pflanzen und Tiere, seien es die Schildkröten, nach denen die Inseln benannt sind, oder urzeitlich anmutende Leguane, aufdringliche Spottdrosseln oder vorwitzige Finken. Kakteen mit verblüffenden Überlebensstrategien oder Baumscalesien, weitläufige Verwandte unserer Gänseblümchen, die in den Hochlagen der Inseln fantastische Wälder bilden, begeistern ebenso wie die Bewohner des Meeres, die mich meine mangelhaften Schwimmkünste vergessen ließen und augenblicklich zu ausgedehnten Schnorcheltouren verführten.
Zahlreicher Anekdoten und ausführliche Beschreibungen sollen Kurioses und Staunenswertes enthüllen, und somit ein recht lebendiges Bild von Galápagos zeichnen.
Apropos Bild: Wie es wohl die meisten Galápagostouristen tun, habe auch ich während der Landgänge reichlich fotografiert (Unterwasser etwas zurückhaltender). Dabei kam es mir weniger darauf an, technisch möglichst perfekte Aufnahmen zu erhalten als vielmehr besondere Stimmungen einzufangen. Das ist mir – wie ich glaube – recht gut gelungen. So wird der Text durch eine Vielzahl ausgesuchter Farbbilder bereichert, die ebenfalls dazu beitragen, dem Leser den einzigartigen Zauber der Galápagosinseln zu offenbaren.
Gerd Koch, geboren 1966, wuchs in ländlicher Umgebung unweit von Köln auf. Von Anfang an schlug sein Herz ziemlich vorbehaltlos für alles mögliche und – in den Augen der Erwachsenen – unmögliche Getier. Der Umgang mit verschiedenen Heim- und Nutztieren prägte die ersten Kindheitsjahre. Später wurden Pferde zur großen Leidenschaft. Sein Schulpraktikum absolvierte er mit Begeisterung in einem Zoo-Fachgeschäft.
Nach Abschluss der Hauptschule begann mit einer Ausbildung zum Schilder- und Lichtreklamehersteller seine berufliche Laufbahn als Werbetechniker.
In der Freizeit zog es ihn jedoch immer öfter in Wald und Flur. Zudem wuchs sein Interesse am Naturschutz und an den Naturwissenschaften, insbesondere der Evolutionsbiologie, der Zoologie, Botanik und Geologie. Seit 1990 führten ihn natur- und völkerkundliche Reisen nach Tansania und ins Wolgadelta, nach Ostpolen und Ungarn, in den Kleinen Kaukasus, nach Borneo, Nepal, Sikkim und Mexiko, nach Galápagos und in die Anden Ecuadors.
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Geheimnisvolles Galápagos
Galápagos – für viele Naturliebhaber ist diese Inselgruppe mit ihren einzigartigen und gar nicht scheuen Tieren ein Traum. „Zauberhafter Archipel” ist ein Buch für -solche Menschen. Viermal hat Autor Gerd Koch die Inseln bereist. Sein Buch zeugt von seiner großen Liebe zu den Galapagos-Inseln. Koch führt von Insel zu Insel und lässt Leser teilhaben an dem Vergnügen, die Wunderwelt von Galápagos zu ergründen. Das Buch ist aber mehr als ein interessanter Reisebericht, es ist ein ausführlicher Naturführer zu diesen geheimnisvollen Inseln, illustriert mit vielen Fotos, die ebenfalls von Koch stammen.
Informationen:
Gerd Koch: „Zauberhafter Archipel.
Ein Ausflug nach Galápagos.”
Wagner Verlag, Gelnhausen
483 Seiten mit 117 Farbfotos
Euro 16,20. ISBN 3-938623-83-7
Wie ein Drache: ein Landleguan auf der
kleinen Insel Plaza Sur
Foto: Gerd Koch
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Zauberhafter Archipel
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Ein Ausflug nach Galápagos Gerd Koch ![]() ISBN: 3-938623-83-7
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